34 – Rami – Horrorfilm, Softair, Kindeswohl

Ein Messer im Kinderzimmer, Zeichnungen von zerstückelten Menschen und ein Junge, der in der Schule von Gewalt spricht: In diesem Fall geht es nicht nur um einen hochstrittigen Elternkonflikt, sondern um die Frage, was Bilder mit Kindern machen können. Rami lebt nach der Trennung seiner Eltern bei der Mutter, der Vater bestreitet die Vorwürfe – doch der Junge berichtet, bei ihm Horrorfilme gesehen zu haben, die nicht für Kinder bestimmt sind. Aline Strutz und Sebastian Bartoschek sprechen über FSK-Grenzen, elterliche Verantwortung, psychologische Diagnostik, kindliche Belastung, Umgangspflegschaft und die schwierige Frage, wann Medienkonsum nicht mehr Erziehungssache, sondern ein Kindeswohlthema wird.

Sonderfolge 6 – Kinderschutzhaus mit Frau Dr. Tanja Brüning

Sebastian Bartoschek und Aline Strutz sprechen erneut vor Ort in der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln mit Frau Dr. Tanja Brüning – diesmal über das Kinderschutzhaus, traumasensible Räume und die Zusammenarbeit im Netzwerk.

Im Zentrum steht die Frage, wie Kinder und Jugendliche in hochbelasteten Situationen so begleitet werden können, dass Medizin, Jugendhilfe, Polizei, Familiengericht und Strafverfolgung nicht nebeneinanderher arbeiten, sondern ihre jeweiligen Aufgaben besser aufeinander abstimmen. Frau Dr. Brüning beschreibt, warum Kinderschutz sichere Orte braucht, weshalb Räume reizarm und traumasensibel gestaltet sein sollten und wie audiovisuelle Dokumentation helfen kann, Aussagen von Kindern nachvollziehbar und möglichst wenig belastend zu sichern.

Besprochen wird auch, warum suggestive Befragungen unbedingt vermieden werden müssen, weshalb anatomische Puppen heute nicht mehr Stand der fachlichen Arbeit sind und warum Kinder Begriffe für Körper und Genitalien brauchen, um Grenzverletzungen überhaupt benennen zu können.

Außerdem geht es um das Recklinghäuser Modell, um kindgerechte Anhörungen, die Rolle von Jugendamt und Strafverfolgungsbehörden, die Grenzen medizinischer Zuständigkeit, die Finanzierung solcher Angebote und die Frage, wie ein Kinderschutzsystem aussehen müsste, das Kinder wirklich vom Kind her denkt.

33 – Emil und Frauke – Wenn Alkoholismus das Kindeswohl gefährdet

Alkoholismus, fetales Alkoholsyndrom und Kindeswohlgefährdung stehen im Zentrum dieses Falls: Emil und Frauke bekommen zwei Kinder, doch ihre Beziehung ist von einem großen Altersunterschied, Abhängigkeiten, Gewaltvorwürfen und massiven Belastungen geprägt. Während der ältere Sohn Tom beim Vater lebt, bleibt der jüngere Ben zunächst bei der Mutter – bis Jugendamt, Klinik und Gericht immer deutlicher erkennen, dass die Situation nicht mehr tragfähig ist.

In dieser Folge von Salziger Pudding sprechen Aline Strutz und Sebastian Bartoschek über einen Fall, in dem Alkoholmissbrauch nicht offen benannt, sondern immer wieder verschleiert wird. Es geht um Promillewerte, die kaum noch vorstellbar sind, um die Frage, wie man Alkoholprobleme überhaupt diagnostisch greifen kann, und um den Verdacht auf fetales Alkoholsyndrom.

Zugleich zeigt der Fall, wie schwierig familiengerichtliche Entscheidungen werden, wenn beide Eltern auf sehr unterschiedliche Weise problematisch erscheinen: eine Mutter, die Hilfe formal annimmt, sich aber entzieht; ein Vater, der versorgen kann, aber durch Starrheit, Konflikte und mangelnde Kooperation auffällt.

25 – Sascha: „Mein Vater hat mich geschlagen.“


„Mein Vater hat mich geschlagen.“ Mit diesem Satz bringt Sascha seinen Klassenlehrer aus dem Konzept – und setzt eine Kette in Gang, die Jugendamt, Gericht und Gutachter beschäftigt. Das Gesicht des Jungen ist gezeichnet, die Eltern sprechen von einem Handballunfall, der Vater weist jede Verantwortung von sich, die Mutter zieht sich in ihre eigene Wirklichkeit zurück. Ein rechtsmedizinisches Gutachten bestätigt elf gezielte Schläge, während Sascha nur eines will: dass endlich die Wahrheit ausgesprochen wird. Sebastian und Aline sprechen darüber, wie Loyalität Kinder zum Schweigen bringt, warum Wahrnehmungsverzerrungen so gefährlich sind und wieso Schutz manchmal bedeutet, ein Kind dauerhaft aus seiner Familie zu lösen.

24 – Jule: Tod in der Ruhr oder auf dem Dachboden?

Ein leerer Rucksack an der Ruhr, eine verschwundene Dreizehnjährige und eine Mutter, die mit ihrer Tochter sogar den eigenen Tod inszeniert: In dieser Folge erzählen Sebastian Bartoschek und Aline Strutz den Fall Jule, Jahrgang 2001 aus Bochum, deren Kindheit zwischen vermüllter Wohnung, überforderter Mutter und immer neuen Jugendamtsmeldungen zerrieben wird. Mehrfach wird Jule in Obhut genommen, droht mit Suizid, versteckt sich schließlich auf dem Dachboden, während alle an das Schlimmste glauben. Sebastian blickt auf Parentifizierung, symbiotische Beziehungen und die Grenze, an der der Kindeswille hinter dem Kindeswohl zurückstehen muss. Aline ordnet ein, was Gerichte und Jugendämter in solchen Verfahren leisten können – und wo das System Kinder und Fachkräfte gefährlich lange im Kreis drehen lässt.