
Sebastian Bartoschek und Aline Strutz sprechen erneut vor Ort in der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln mit Frau Dr. Tanja Brüning – diesmal über das Kinderschutzhaus, traumasensible Räume und die Zusammenarbeit im Netzwerk.
Im Zentrum steht die Frage, wie Kinder und Jugendliche in hochbelasteten Situationen so begleitet werden können, dass Medizin, Jugendhilfe, Polizei, Familiengericht und Strafverfolgung nicht nebeneinanderher arbeiten, sondern ihre jeweiligen Aufgaben besser aufeinander abstimmen. Frau Dr. Brüning beschreibt, warum Kinderschutz sichere Orte braucht, weshalb Räume reizarm und traumasensibel gestaltet sein sollten und wie audiovisuelle Dokumentation helfen kann, Aussagen von Kindern nachvollziehbar und möglichst wenig belastend zu sichern.
Besprochen wird auch, warum suggestive Befragungen unbedingt vermieden werden müssen, weshalb anatomische Puppen heute nicht mehr Stand der fachlichen Arbeit sind und warum Kinder Begriffe für Körper und Genitalien brauchen, um Grenzverletzungen überhaupt benennen zu können.
Außerdem geht es um das Recklinghäuser Modell, um kindgerechte Anhörungen, die Rolle von Jugendamt und Strafverfolgungsbehörden, die Grenzen medizinischer Zuständigkeit, die Finanzierung solcher Angebote und die Frage, wie ein Kinderschutzsystem aussehen müsste, das Kinder wirklich vom Kind her denkt.
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