Sonderfolge 6 – Kinderschutzhaus mit Frau Dr. Tanja Brüning

Sebastian Bartoschek und Aline Strutz sprechen erneut vor Ort in der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln mit Frau Dr. Tanja Brüning – diesmal über das Kinderschutzhaus, traumasensible Räume und die Zusammenarbeit im Netzwerk.

Im Zentrum steht die Frage, wie Kinder und Jugendliche in hochbelasteten Situationen so begleitet werden können, dass Medizin, Jugendhilfe, Polizei, Familiengericht und Strafverfolgung nicht nebeneinanderher arbeiten, sondern ihre jeweiligen Aufgaben besser aufeinander abstimmen. Frau Dr. Brüning beschreibt, warum Kinderschutz sichere Orte braucht, weshalb Räume reizarm und traumasensibel gestaltet sein sollten und wie audiovisuelle Dokumentation helfen kann, Aussagen von Kindern nachvollziehbar und möglichst wenig belastend zu sichern.

Besprochen wird auch, warum suggestive Befragungen unbedingt vermieden werden müssen, weshalb anatomische Puppen heute nicht mehr Stand der fachlichen Arbeit sind und warum Kinder Begriffe für Körper und Genitalien brauchen, um Grenzverletzungen überhaupt benennen zu können.

Außerdem geht es um das Recklinghäuser Modell, um kindgerechte Anhörungen, die Rolle von Jugendamt und Strafverfolgungsbehörden, die Grenzen medizinischer Zuständigkeit, die Finanzierung solcher Angebote und die Frage, wie ein Kinderschutzsystem aussehen müsste, das Kinder wirklich vom Kind her denkt.

Sonderfolge 5 – Kinderschutzambulanz mit Frau Dr. Tanja Brüning

Aline Strutz und Sebastian Bartoschek sind erstmals „on tour“ und sprechen direkt vor Ort mit Frau Dr. Tanja Brüning in der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln. Im Zentrum steht die Frage, welche Rolle Medizin im Kinderschutz tatsächlich spielt, wie Kinderschutzambulanzen arbeiten und warum dieser Bereich im Gesundheitssystem bis heute nicht ausreichend abgebildet ist.

Frau Dr. Brüning, Kinderärztin und Leiterin der Abteilung für Kinderschutz, erklärt zunächst, wie Kinderschutz in der Medizin historisch gewachsen ist und warum er lange nur eine untergeordnete Rolle spielte. Deutlich wird schnell: Kinderschutz ist weit mehr als die bloße Versorgung offensichtlicher Verletzungen. Es geht um medizinische Abklärung, multiprofessionelle Einschätzung, Gesprächsführung, Dokumentation, die Zusammenarbeit mit Jugendämtern und Strafverfolgungsbehörden sowie um die Frage, wie Kinder in hochbelasteten und konfliktbehafteten Situationen überhaupt zuverlässig geschützt werden können.

Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die praktische Arbeit einer Kinderschutzambulanz. Besprochen wird, wann Kinder dort vorgestellt werden, wie sogenannte Clearing-Verfahren ablaufen und warum gerade bei Verdachtsfällen auf Misshandlung oder sexualisierte Gewalt häufig nicht ein einzelner Termin ausreicht. Frau Dr. Brüning beschreibt anschaulich, wie wichtig ein multiprofessioneller Blick ist, wie sehr Loyalitätskonflikte von Kindern eine Rolle spielen und weshalb sich viele Hinweise nicht in klaren, sofort greifbaren Beweisen zeigen. Gerade darin liegt die besondere Schwierigkeit: Kinderschutz braucht Zeit, Fachlichkeit, Erfahrung und Strukturen, die bislang vielerorts nicht ausreichend finanziert und gesetzlich verankert sind.

Daneben geht es auch um Erwartungen von Eltern an Notfallambulanzen, typische Missverständnisse in Klinikabläufen und die Belastungen, unter denen medizinisches Personal heute arbeitet. Die Folge verknüpft damit medizinische, juristische und psychosoziale Perspektiven und gibt einen seltenen Einblick in ein Feld, das gesellschaftlich enorm relevant ist, aber häufig erst dann sichtbar wird, wenn bereits etwas schiefgelaufen ist.

Diese Sonderfolge zeigt eindrücklich, dass Kinderschutz keine Aufgabe einzelner Personen oder Berufsgruppen ist, sondern nur im Zusammenspiel von Medizin, Jugendhilfe, Justiz und Familie funktionieren kann.

Sonderfolge – Kinderklinik-Psychiater Dr. Jan Oude-Aost

Dr. Jan Oude-Aost Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, spricht mit Aline und Sebastian über den Alltag in der Klinik: Wie kommen Kinder in die Psychiatrie? Wann wird fixiert? Wer entscheidet über die Unterbringung? Und warum es selten um „Wegsperren“ geht, sondern meist um Beziehung, Vertrauen und viel Geduld. Wir sprechen über Suizidalität bei Kindern, medikamentöse Behandlung, überlastete Systeme und fehlende Plätze – aber auch über Lösungen, Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe und darüber, warum Jan diesen Beruf trotzdem immer wieder wählen würde.

(Sollte jemand unmittelbare Hilfe beim Thema Suizid brauchen, sind hier Anlaufstellen zu finden. Es gilt: besser einmal zu oft, als einmal zu wenig da melden!)