37 – Torben: Wenn Umgang zum Druck wird

In dieser Episode von „Salziger Pudding“ geht es um Torben, einen zehnjährigen Jungen, dessen Vater eine bestehende Umgangsregelung abändern und ein Wechselmodell erreichen möchte. Auf den ersten Blick wirkt der Antrag nachvollziehbar: Torben sei nach einem Umzug unglücklich, vermisse seine Freunde und solle wieder stärker in seinem alten Umfeld verankert werden. Doch im Verlauf des Falls zeigt sich eine deutlich komplexere Dynamik.

Aline Strutz und Sebastian Bartoschek sprechen über Elternkonflikte, Loyalitätsdruck, Umgangsanträge, Wechselmodelle und die Frage, wie belastend es für ein Kind werden kann, wenn es die Erwartungen beider Eltern erfüllen möchte. Im Mittelpunkt steht ein Kind, das keinen eigenen Wunsch mehr formulieren kann, ohne zugleich Angst zu haben, Mutter oder Vater zu enttäuschen. Die Folge zeigt, warum mehr Umgang nicht automatisch Entlastung bedeutet – und warum manchmal nicht ein Gutachten, sondern eine schnelle Entschärfung des Elternkonflikts im Vordergrund stehen muss.

Und wir sind dann mal im Urlaub. Auch dazu alles in der Folge!

36 – Mila: kämpft Mama sich zurück?

In dieser Episode von „Salziger Pudding“ geht es um Mila, ein kleines Mädchen mit schwerwiegenden gesundheitlichen Belastungen, das früh in eine Pflegefamilie kommt. Ihre Mutter erkennt die eigene Krise, sucht Hilfe, stellt sich ihren psychischen Problemen und beendet ihren Drogenkonsum. Eigentlich macht sie vieles richtig. Trotzdem steht am Ende die schwierige Frage im Raum, ob Mila zu ihr zurückkehren kann – oder ob der Verbleib in der Pflegefamilie dem Kindeswohl besser entspricht. Aline Strutz und Sebastian Bartoschek sprechen über Dauerpflege, Rückführung, Bindung, Elternrecht, psychische Erkrankungen und die bittere Realität.

35 – Peter Frank: Großeltern, Umgang und die Gesetzesreform

In dieser Episode von „Salziger Pudding“ geht es um Peter Frank, dessen Großeltern väterlicherseits nach dem Suizid ihres Sohnes Umgang mit ihrem Enkel einklagen. Aline Strutz und Sebastian Bartoschek sprechen über die besondere Rechtslage beim Umgangsrecht von Großeltern, den Unterschied zum elterlichen Umgangsrecht und die Frage, wann Kontakt dem Kindeswohl tatsächlich dient. Der Fall zeigt, wie alte Verletzungen, Schuldzuweisungen und ungezügelte Wut ein Verfahren prägen können.

Im zweiten Teil blicken beide auf den Referentenentwurf zum Kindschaftsmodernisierungsgesetz und diskutieren mögliche Änderungen beim Umgangsrecht, häuslicher Gewalt, Sorgerecht unverheirateter Eltern und der Frage, wie Recht auf familiäre Realität reagieren sollte.

34 – Rami – Horrorfilm, Softair, Kindeswohl

Ein Messer im Kinderzimmer, Zeichnungen von zerstückelten Menschen und ein Junge, der in der Schule von Gewalt spricht: In diesem Fall geht es nicht nur um einen hochstrittigen Elternkonflikt, sondern um die Frage, was Bilder mit Kindern machen können. Rami lebt nach der Trennung seiner Eltern bei der Mutter, der Vater bestreitet die Vorwürfe – doch der Junge berichtet, bei ihm Horrorfilme gesehen zu haben, die nicht für Kinder bestimmt sind. Aline Strutz und Sebastian Bartoschek sprechen über FSK-Grenzen, elterliche Verantwortung, psychologische Diagnostik, kindliche Belastung, Umgangspflegschaft und die schwierige Frage, wann Medienkonsum nicht mehr Erziehungssache, sondern ein Kindeswohlthema wird.

Sonderfolge 6 – Kinderschutzhaus mit Frau Dr. Tanja Brüning

Sebastian Bartoschek und Aline Strutz sprechen erneut vor Ort in der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln mit Frau Dr. Tanja Brüning – diesmal über das Kinderschutzhaus, traumasensible Räume und die Zusammenarbeit im Netzwerk.

Im Zentrum steht die Frage, wie Kinder und Jugendliche in hochbelasteten Situationen so begleitet werden können, dass Medizin, Jugendhilfe, Polizei, Familiengericht und Strafverfolgung nicht nebeneinanderher arbeiten, sondern ihre jeweiligen Aufgaben besser aufeinander abstimmen. Frau Dr. Brüning beschreibt, warum Kinderschutz sichere Orte braucht, weshalb Räume reizarm und traumasensibel gestaltet sein sollten und wie audiovisuelle Dokumentation helfen kann, Aussagen von Kindern nachvollziehbar und möglichst wenig belastend zu sichern.

Besprochen wird auch, warum suggestive Befragungen unbedingt vermieden werden müssen, weshalb anatomische Puppen heute nicht mehr Stand der fachlichen Arbeit sind und warum Kinder Begriffe für Körper und Genitalien brauchen, um Grenzverletzungen überhaupt benennen zu können.

Außerdem geht es um das Recklinghäuser Modell, um kindgerechte Anhörungen, die Rolle von Jugendamt und Strafverfolgungsbehörden, die Grenzen medizinischer Zuständigkeit, die Finanzierung solcher Angebote und die Frage, wie ein Kinderschutzsystem aussehen müsste, das Kinder wirklich vom Kind her denkt.