33 – Emil und Frauke – Wenn Alkoholismus das Kindeswohl gefährdet

Alkoholismus, fetales Alkoholsyndrom und Kindeswohlgefährdung stehen im Zentrum dieses Falls: Emil und Frauke bekommen zwei Kinder, doch ihre Beziehung ist von einem großen Altersunterschied, Abhängigkeiten, Gewaltvorwürfen und massiven Belastungen geprägt. Während der ältere Sohn Tom beim Vater lebt, bleibt der jüngere Ben zunächst bei der Mutter – bis Jugendamt, Klinik und Gericht immer deutlicher erkennen, dass die Situation nicht mehr tragfähig ist.

In dieser Folge von Salziger Pudding sprechen Aline Strutz und Sebastian Bartoschek über einen Fall, in dem Alkoholmissbrauch nicht offen benannt, sondern immer wieder verschleiert wird. Es geht um Promillewerte, die kaum noch vorstellbar sind, um die Frage, wie man Alkoholprobleme überhaupt diagnostisch greifen kann, und um den Verdacht auf fetales Alkoholsyndrom.

Zugleich zeigt der Fall, wie schwierig familiengerichtliche Entscheidungen werden, wenn beide Eltern auf sehr unterschiedliche Weise problematisch erscheinen: eine Mutter, die Hilfe formal annimmt, sich aber entzieht; ein Vater, der versorgen kann, aber durch Starrheit, Konflikte und mangelnde Kooperation auffällt.

28 – Lea & Kamil: Konsulat, Inobhutnahme, Rewe-Gerücht


Ein Jugendamt zieht die Notbremse: Zwei Kinder werden aus der Schule in Obhut genommen, weil eine Verbringung nach Polen im Raum steht. Kurz darauf stehen Vorwürfe im Raum, die alles vergiften: eine angebliche Affäre, Überwachung, Autos ohne Kennzeichen – und ein Konsul, der plötzlich sehr genau wissen will, was in Deutschland mit polnischen Staatsbürgern passiert.

Sebastian rekonstruiert, wie aus E-Mails eine reale Entziehungsstrategie sichtbar wird, warum ein Rewe-Gerücht trotzdem Sprengkraft hat und wie ein Fragebogenprofil die kindliche Perspektive erdet. Am Ende steht keine „große Lösung“, sondern ein eng gefasster, begleiteter Umgang – als Schutz, nicht als Strafe. (Und ja: Diplomatie fühlt sich manchmal an wie Druck ohne Drohung.)

25 – Sascha: „Mein Vater hat mich geschlagen.“


„Mein Vater hat mich geschlagen.“ Mit diesem Satz bringt Sascha seinen Klassenlehrer aus dem Konzept – und setzt eine Kette in Gang, die Jugendamt, Gericht und Gutachter beschäftigt. Das Gesicht des Jungen ist gezeichnet, die Eltern sprechen von einem Handballunfall, der Vater weist jede Verantwortung von sich, die Mutter zieht sich in ihre eigene Wirklichkeit zurück. Ein rechtsmedizinisches Gutachten bestätigt elf gezielte Schläge, während Sascha nur eines will: dass endlich die Wahrheit ausgesprochen wird. Sebastian und Aline sprechen darüber, wie Loyalität Kinder zum Schweigen bringt, warum Wahrnehmungsverzerrungen so gefährlich sind und wieso Schutz manchmal bedeutet, ein Kind dauerhaft aus seiner Familie zu lösen.

24 – Jule: Tod in der Ruhr oder auf dem Dachboden?

Ein leerer Rucksack an der Ruhr, eine verschwundene Dreizehnjährige und eine Mutter, die mit ihrer Tochter sogar den eigenen Tod inszeniert: In dieser Folge erzählen Sebastian Bartoschek und Aline Strutz den Fall Jule, Jahrgang 2001 aus Bochum, deren Kindheit zwischen vermüllter Wohnung, überforderter Mutter und immer neuen Jugendamtsmeldungen zerrieben wird. Mehrfach wird Jule in Obhut genommen, droht mit Suizid, versteckt sich schließlich auf dem Dachboden, während alle an das Schlimmste glauben. Sebastian blickt auf Parentifizierung, symbiotische Beziehungen und die Grenze, an der der Kindeswille hinter dem Kindeswohl zurückstehen muss. Aline ordnet ein, was Gerichte und Jugendämter in solchen Verfahren leisten können – und wo das System Kinder und Fachkräfte gefährlich lange im Kreis drehen lässt.

23 – Frau Albrecht: Keine schlechte Mutter

Kind direkt nach der Geburt in Obhut genommen wurde – und die am Ende selbst erkennt, dass sie (noch) nicht bereit ist, Mutter zu sein. Wir sprechen über Mutter-Kind-Einrichtungen, juristische Konstruktionen rund um die Inobhutnahme, praktische Lücken bei Vollmachten und über den gesellschaftlichen Druck, der auf Müttern lastet.

Ab wann darf man sagen: Ich kann das nicht? Warum fällt es Frauen schwerer, sich von der Mutterrolle zu lösen – und was haben Großmütter, Grundgesetz und Gesellschaft damit zu tun?

Ein Fall, der ans Eingemachte geht – psychologisch, juristisch und menschlich.

Sebastian und Aline diskutieren dabei nicht nur über Beratung, Rollenbilder und Rückführungsrisiken, sondern auch über Verantwortung ohne Schuld.