39 – Frau Braune, Borderline und eine E-Mail

Eine junge Mutter mit Borderline-Diagnose beißt ihren wenige Wochen alten Sohn im Affekt. Sie räumt den Übergriff ein, geht stationär in Behandlung, zieht anschließend freiwillig in eine Mutter-Kind-Einrichtung und arbeitet therapeutisch weiter an sich. Monate später scheint der Weg zurück in ein eigenständiges Leben vorbereitet – bis eine einzige E-Mail mit schwer überprüfbaren Vorwürfen die gesamte Planung kippen lässt.

Diesmal bringt Aline einen Fall aus ihrer eigenen anwaltlichen Praxis mit. Gemeinsam mit Sebastian spricht sie darüber, wann eine psychische Erkrankung tatsächlich die Erziehungsfähigkeit beeinträchtigt, wie Jugendämter mit Risiko und Unsicherheit umgehen sollen und wo Hilfe in Kontrolle umschlagen kann. Außerdem geht es um Mutter-Kind-Einrichtungen, Begutachtung, anwaltliche Strategie und die Frage, wie weit man gehen darf, wenn Verfahrensrecht und Kinderschutz miteinander kollidieren. Und dann endet die Folge genau dort, wo der Fall vor Gericht eine neue Richtung nimmt.

33 – Emil und Frauke – Wenn Alkoholismus das Kindeswohl gefährdet

Alkoholismus, fetales Alkoholsyndrom und Kindeswohlgefährdung stehen im Zentrum dieses Falls: Emil und Frauke bekommen zwei Kinder, doch ihre Beziehung ist von einem großen Altersunterschied, Abhängigkeiten, Gewaltvorwürfen und massiven Belastungen geprägt. Während der ältere Sohn Tom beim Vater lebt, bleibt der jüngere Ben zunächst bei der Mutter – bis Jugendamt, Klinik und Gericht immer deutlicher erkennen, dass die Situation nicht mehr tragfähig ist.

In dieser Folge von Salziger Pudding sprechen Aline Strutz und Sebastian Bartoschek über einen Fall, in dem Alkoholmissbrauch nicht offen benannt, sondern immer wieder verschleiert wird. Es geht um Promillewerte, die kaum noch vorstellbar sind, um die Frage, wie man Alkoholprobleme überhaupt diagnostisch greifen kann, und um den Verdacht auf fetales Alkoholsyndrom.

Zugleich zeigt der Fall, wie schwierig familiengerichtliche Entscheidungen werden, wenn beide Eltern auf sehr unterschiedliche Weise problematisch erscheinen: eine Mutter, die Hilfe formal annimmt, sich aber entzieht; ein Vater, der versorgen kann, aber durch Starrheit, Konflikte und mangelnde Kooperation auffällt.

23 – Frau Albrecht: Keine schlechte Mutter

Kind direkt nach der Geburt in Obhut genommen wurde – und die am Ende selbst erkennt, dass sie (noch) nicht bereit ist, Mutter zu sein. Wir sprechen über Mutter-Kind-Einrichtungen, juristische Konstruktionen rund um die Inobhutnahme, praktische Lücken bei Vollmachten und über den gesellschaftlichen Druck, der auf Müttern lastet.

Ab wann darf man sagen: Ich kann das nicht? Warum fällt es Frauen schwerer, sich von der Mutterrolle zu lösen – und was haben Großmütter, Grundgesetz und Gesellschaft damit zu tun?

Ein Fall, der ans Eingemachte geht – psychologisch, juristisch und menschlich.

Sebastian und Aline diskutieren dabei nicht nur über Beratung, Rollenbilder und Rückführungsrisiken, sondern auch über Verantwortung ohne Schuld.

19 – Fall Samuel – Wenn Eltern scheitern und wieder aufstehen

In Teil 2 des Falls um Enrico, Samuel und Henry erzählen Sebastian und Aline, wie aus einem der schwerwiegendsten Einschnitte überhaupt – sexueller Missbrauch durch den Vater – ein schwieriger, aber auch hoffnungsvoller Prozess wurde. Die Mutter der Kinder bricht nach einem ersten starken Auftreten unter der Belastung zusammen. Es folgen Fremdunterbringung, Begutachtung, Rückführungsversuche und ein Ringen um Stabilität. Am Ende steht: ein Happy End – mit Einschränkungen. Und ein Ausblick, warum es oft nicht „nur reden“ ist, sondern konkretes Handeln braucht.