39 – Frau Braune, Borderline und eine E-Mail

Eine junge Mutter mit Borderline-Diagnose beißt ihren wenige Wochen alten Sohn im Affekt. Sie räumt den Übergriff ein, geht stationär in Behandlung, zieht anschließend freiwillig in eine Mutter-Kind-Einrichtung und arbeitet therapeutisch weiter an sich. Monate später scheint der Weg zurück in ein eigenständiges Leben vorbereitet – bis eine einzige E-Mail mit schwer überprüfbaren Vorwürfen die gesamte Planung kippen lässt.

Diesmal bringt Aline einen Fall aus ihrer eigenen anwaltlichen Praxis mit. Gemeinsam mit Sebastian spricht sie darüber, wann eine psychische Erkrankung tatsächlich die Erziehungsfähigkeit beeinträchtigt, wie Jugendämter mit Risiko und Unsicherheit umgehen sollen und wo Hilfe in Kontrolle umschlagen kann. Außerdem geht es um Mutter-Kind-Einrichtungen, Begutachtung, anwaltliche Strategie und die Frage, wie weit man gehen darf, wenn Verfahrensrecht und Kinderschutz miteinander kollidieren. Und dann endet die Folge genau dort, wo der Fall vor Gericht eine neue Richtung nimmt.

Sonderfolge – Kinderklinik-Psychiater Dr. Jan Oude-Aost

Dr. Jan Oude-Aost Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, spricht mit Aline und Sebastian über den Alltag in der Klinik: Wie kommen Kinder in die Psychiatrie? Wann wird fixiert? Wer entscheidet über die Unterbringung? Und warum es selten um „Wegsperren“ geht, sondern meist um Beziehung, Vertrauen und viel Geduld. Wir sprechen über Suizidalität bei Kindern, medikamentöse Behandlung, überlastete Systeme und fehlende Plätze – aber auch über Lösungen, Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe und darüber, warum Jan diesen Beruf trotzdem immer wieder wählen würde.

(Sollte jemand unmittelbare Hilfe beim Thema Suizid brauchen, sind hier Anlaufstellen zu finden. Es gilt: besser einmal zu oft, als einmal zu wenig da melden!)