Sonderfolge 4 – Autismus mit Jörn de Haen


In dieser Sonderfolge von Salziger Pudding sprechen Sebastian und Aline mit Jörn de Haen über Autismus. Zunächst klärt Jörn als Psychologe und systemischer Therapeut, was Autismus ist – und was nicht. Dabei zeigt er, warum alte Erklärungen wie „Kühlschrankmutter“ ebenso wie Impfmythen widerlegt sind und weshalb Diagnosen oft viel zu spät gestellt werden. Anschließend beschreibt er Autismus als besondere Reiz- und Informationsverarbeitung und erklärt damit Blickkontakt, soziale Wechselseitigkeit und Masking.

Außerdem wird deutlich, warum Menschen im Spektrum je nach Kontext ganz unterschiedlich wirken können. Danach geht es praxisnah um Konflikte zwischen Eltern, um Hilfesysteme wie §35a SGB VIII sowie um passende Unterstützung.

Schließlich ordnet Jörn seriöse Diagnostik mit ADI-R und ADOS ein. Am Ende bleibt als Take-away: Nicht nur das Kind betrachten, sondern auch den Kontext.


28 – Lea & Kamil: Konsulat, Inobhutnahme, Rewe-Gerücht


Ein Jugendamt zieht die Notbremse: Zwei Kinder werden aus der Schule in Obhut genommen, weil eine Verbringung nach Polen im Raum steht. Kurz darauf stehen Vorwürfe im Raum, die alles vergiften: eine angebliche Affäre, Überwachung, Autos ohne Kennzeichen – und ein Konsul, der plötzlich sehr genau wissen will, was in Deutschland mit polnischen Staatsbürgern passiert.

Sebastian rekonstruiert, wie aus E-Mails eine reale Entziehungsstrategie sichtbar wird, warum ein Rewe-Gerücht trotzdem Sprengkraft hat und wie ein Fragebogenprofil die kindliche Perspektive erdet. Am Ende steht keine „große Lösung“, sondern ein eng gefasster, begleiteter Umgang – als Schutz, nicht als Strafe. (Und ja: Diplomatie fühlt sich manchmal an wie Druck ohne Drohung.)

27 – Drei Städte, zwei Eltern, ein überfordertes System

Ein Umzug ist selten nur ein Umzug. Im Fall der kleinen Summer wird er zum juristischen Werkzeug. Nach der Trennung verschieben sich Lebensmittelpunkte zwischen Dortmund, Marl und dem geplanten Ziel Oberhausen. Meldeadresse, Kindergartenplatz und einstweilige Anordnung werden zu Mitteln, um Entscheidungen zu erzwingen, während ein Kind zwischen Autositz, Abschiedsszenen und Wochenintervallen pendelt.

Aline und Sebastian sprechen über gemeinsame Sorge, die Grenzen elterlicher Alleingänge, die psychologischen Folgen zu langer Wechselintervalle bei Kleinkindern und die Frage, warum gut gemeinte Lösungen manchmal mehr Schaden anrichten als offener Streit.

Diese Folge zeigt, wie schnell Logistik zu Macht wird, warum Rituale wichtiger sind als Kilometer und weshalb Gerichte oft nicht das eigentliche Problem lösen können. Es geht um Verantwortung, um Kontrolle – und um ein Kind, das sehr genau weiß, wie viele Nächte zu viel sind.

Recap 2 – Von Feedback bis Fristen: Gewaltschutz, Ehewohnung, Gebührenlogik


Recap-Zeit: In dieser zweiten Rückblickfolge sammeln wir eure Zuschriften ein, sortieren die Highlights der letzten Episoden und räumen ein paar Dinge gerade. Besonders oft kam die Frage: Dürfen Mütter sagen, dass sie nicht mehr können – und warum triggert das so viele? Außerdem klären wir Grundlagen, die im normalen Folgenlauf schnell zu kurz kommen: Was genau ist eine Wohnungszuweisung (Polizei, Gewaltschutz, Ehewohnung) und welche Fristen hängen daran? Wir sprechen über Verfahrenswerte und warum die Zahlen im Termin nichts mit „Geldregen“ zu tun haben, sondern mit Gebührenlogik. Dazu gibt’s Updates aus der Praxis (u. a. Dolmetscherkosten beim Verfahrensbeistand), einen kleinen Rant über Unzuverlässigkeit bei Terminen – und zum Schluss noch Serienfutter für die Feiertage.

26 – Lea: Zwischen Vater, Großeltern und Jugendamt

2016 in Soest: Fünf Geschwister verlieren ihre Mutter nach einem plötzlichen Hirnaneurysma. Der Vater, von Unfallfolgen, Depression und Schmerzen geprägt, verweigert Hilfen und unterschätzt die besonderen Förderbedarfe der Kinder. Die Großeltern aus einer freikirchlichen Großfamilie wirken äußerlich fremd, im Alltag aber stabil, kooperativ und trauerfähig. Ein Gutachten muss klären: Liegt beim Vater eine Kindeswohlgefährdung vor, welche Maßnahmen wären nötig – und erst dann: ist ein Verbleib bei den Großeltern besser? Dazu kommt die heikle Frage, wie neutral man bleibt, wenn Sympathie und Irritation mit am Tisch sitzen.