26 – Lea: Zwischen Vater, Großeltern und Jugendamt

2016 in Soest: Fünf Geschwister verlieren ihre Mutter nach einem plötzlichen Hirnaneurysma. Der Vater, von Unfallfolgen, Depression und Schmerzen geprägt, verweigert Hilfen und unterschätzt die besonderen Förderbedarfe der Kinder. Die Großeltern aus einer freikirchlichen Großfamilie wirken äußerlich fremd, im Alltag aber stabil, kooperativ und trauerfähig. Ein Gutachten muss klären: Liegt beim Vater eine Kindeswohlgefährdung vor, welche Maßnahmen wären nötig – und erst dann: ist ein Verbleib bei den Großeltern besser? Dazu kommt die heikle Frage, wie neutral man bleibt, wenn Sympathie und Irritation mit am Tisch sitzen.

19 – Fall Samuel – Wenn Eltern scheitern und wieder aufstehen

In Teil 2 des Falls um Enrico, Samuel und Henry erzählen Sebastian und Aline, wie aus einem der schwerwiegendsten Einschnitte überhaupt – sexueller Missbrauch durch den Vater – ein schwieriger, aber auch hoffnungsvoller Prozess wurde. Die Mutter der Kinder bricht nach einem ersten starken Auftreten unter der Belastung zusammen. Es folgen Fremdunterbringung, Begutachtung, Rückführungsversuche und ein Ringen um Stabilität. Am Ende steht: ein Happy End – mit Einschränkungen. Und ein Ausblick, warum es oft nicht „nur reden“ ist, sondern konkretes Handeln braucht.

16 – Karl: Zwischen Schlägen, Schweigen und der Sehnsucht nach Papa

In Folge 16 von Salziger Pudding nehmen Aline Strutz und Sebastian Bartoschek den Fall des kleinen Karl unter die Lupe. Der Dreieinhalbjährige wächst in einem hochkonflikthaften Elternhaus auf, geprägt von häuslicher Gewalt, Kommunikationsproblemen und juristischen Auseinandersetzungen ums Sorgerecht. Aline berichtet detailliert aus ihrer Arbeit als Verfahrensbeistand, während Sebastian die psychologischen und juristischen Hintergründe einordnet. Neben dem Fall geht es auch um Systemkritik: Von den Tücken des Verfahrensbeistands, über fehlende Dolmetscher, bis zu praxisnahen Überlegungen zur Rolle von Gutachten und Anti-Aggressionstrainings. Eine Folge mit Tiefgang, die zeigt, warum „das Kindeswohl“ oft viel komplizierter ist als gedacht.

14 – Emil zwischen den Fronten – Wenn Bindung mehr zählt als Biologie

In dieser Folge analysieren Aline Strutz und Sebastian Bartoschek den außergewöhnlichen Fall von Emil Sajons, einem Kind, das nach einer inoffiziellen „Leihmutterschaft“ aus Polen zu einem deutschen Ehepaar gelangte. Im Mittelpunkt stehen juristische Grauzonen zwischen biologischer Abstammung, rechtlicher Vaterschaft und der Frage, welche Bindung letztlich zählt. Zwischen anonymen Anzeigen, diplomatischem Druck aus dem polnischen Konsulat und einer fragwürdigen Gutmenschen-Rhetorik des Kindsvaters entfaltet sich ein hochkomplexes Verfahren. Der Fall zeigt, wie schnell psychologische und juristische Nebenkriegsschauplätze den Blick auf das Wesentliche verstellen können: das Kindeswohl.

13 – Sarah: Wenn es bei Papa besser ist, und schlechter

Sarah ist vier Jahre alt, als ein Familiensystem zerbricht – und gleich mehrere Gerichte und Fachstellen beginnen, über ihr Leben zu entscheiden. In dieser Folge geht es um kindliches Erleben von Trennung, das komplexe Zusammenspiel von Jugendamt, Familiengericht und Umgangspflegschaft – und die Frage, ob ein Kind zweimal verlieren kann, obwohl sich alle bemühen, ihm gerecht zu werden. Aline Strutz und Sebastian Bartoschek nehmen euch mit durch juristische Detailfragen, psychologische Fallstricke und das emotionale Dilemma eines Systems, das helfen will – aber manchmal nicht mehr tun kann, als zu sortieren, wer bei wem bleibt. Ohne leichte Antworten, aber mit Haltung.