
Frau Kramer hat fünf Kinder von mehreren Vätern. Als Sebastian mit der Begutachtung beginnt, leben vier von ihnen bereits in Wohngruppen oder Pflegefamilien, eines beim Vater. Hinter der ungewöhnlich komplizierten Familienkonstellation stehen jahrelange Vorwürfe von Vernachlässigung, Gewalt und instabilen Beziehungen.
Das eigentlich Verstörende an diesem Fall ist jedoch nicht, dass Frau Kramer alles bestreitet. Im Gegenteil: Sie ist freundlich, eloquent, nimmt Hilfen an und erkennt viele ihrer Probleme erstaunlich klar. Nur gelingt es ihr nicht, daraus dauerhaft etwas zu verändern.
Sebastian und Aline sprechen darüber, wie Sympathie den professionellen Blick beeinflussen kann, warum Einsicht allein keine Erziehungsfähigkeit schafft und weshalb fünf Geschwister aus derselben Familie am Ende fünf sehr unterschiedliche Perspektiven benötigen. Und über einen Satz der Mutter im Gerichtssaal, der Sebastian bis heute im Gedächtnis geblieben ist.
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